Spendenaufrufe für die Fischer

Liebe Freundinnen und Freunde,

                                                        Geduld und Hoffnung = Europa
Das hatten Geflüchtete im open-air Camp Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze auf ein Schild gemalt. Monatelang mussten dort Tausende ausharren, da die Balkonroute gen Norden versperrt war. Unmenschlich, unwürdig, mitten in Europa. Das Lager wurde geräumt, die Geflüchteten sitzen nun in Griechenland fest, wo der Zugang zum Asylverfahren nicht garantiert ist.
Was ist das für ein Europa, in dem Geflüchtete als Nummern ankommen?
Die Zahl der Toten steigt weiter massiv an. In diesem Jahr haben bisher mindestens 4.690  Menschen ihr Leben auf der Flucht über das Mittelmeer/die Ägäis lassen müssen. Die Dunkelziffer liegt weit höher. Die Nachrichten, die uns aus Libyen erreichen, sind erschreckend, die Misshandlungen der dort inhaftierten Gefangenen nehmen an Brutalität zu. Dennoch versucht die Europäische Gemeinschaft unerbittlich, Verträge mit einem Libyen abzuschließen, das es als Staat gar nicht mehr gibt. Drei Regierungen, die sich gegenseitig bekämpfen, Milizen, die versuchen, an die Macht zu gelangen. Derzeit hat die Staaten-gemeinschaft nur eine dieser Regierungen anerkannt und die europäische Seemission „Eunavfor Med“ unterrichtet gut 100 libysche Küstenwachmitarbeiter. Ziel: Waffen und „Schlepper“ finden, Geflüchtete nach Libyen zurückführen. In ein Libyen, dass sogar die Mitarbeiter der EU-Mission EUBAM verlassen haben , da es dort zu gefährlich ist!

Seit 2009 ist borderline-europe auf Sizilien aktiv, um dort die Ankünfte und die „Unterbringung“ der Geflüchteten zu beobachten.
Die meisten der Geflüchteten kamen in diesem Jahr in Italien an, und bei jeder Ankunft werden Geflüchtete als „Schlepper“ verhaftet. Die Kontroverse in der europäischen Migrationspolitik rund um das Thema der so genannten „illegalen Einreise“ zeigt einen fundamentalen Konflikt europäischer Werte: Die Suche nach Schutz vor Verfolgung trifft auf hoch gesicherte Grenzen, die den Zugang zu Schutzmöglichkeiten praktisch unmöglich machen. In einem transnationalen Projekt mit Vereinen aus Italien, Österreich und Griechenland will borderline-europe aufzeigen, dass fehlende legale Einreisewege Fluchthilfe unerlässlich machen – auch unsere eigene Geschichte hat uns dies über viele Jahre gelehrt. Zum anderen werden Geflüchtete, die keine andere Chance haben, als Fluchthilfe in Anspruch zu nehmen, kriminalisiert. borderline-europe möchte diesen schwierigen Diskurs auch gern im nächsten Jahr in Veranstaltungen und Berichten fortsetzen, um deutlich zu machen, dass der Begriff „Schlepper“ weitaus differenzierter gesehen werden muss.

Vor mehr als zwei Jahren hat borderline-europe gemeinsam mit sieben weiteren flüchtlingsaktiven Gruppen das „Alarm¬phone“ gegründet. 24 Stunden, sieben Tage die Woche sind Freiwillige in Telefonbereitschaft, um die Anrufe von Geflüchteten in Seenot schnellstmöglich an die richtigen Stellen weiterzuleiten und ggf. Druck aufzubauen, wenn die Rettung nicht erfolgt. Zudem steht borderline-europe in engem Kontakt mit einigen Organisationen, die als private Seenotretter auf das Mittelmeer gefahren sind (z.B. die „Sea-Watch“).

Auf der griechischen Insel Lesbos hat borderline-europe im vergangenen Jahr eine eigene Außenstelle, borderline-lesvos, gegründet und ist dort mit den Projekten PROTI STASSI, für eine allererste Aufnahme und MOSAIK, vertreten. Das Mosaik Support Center (WWW.lesvos,osaik.org)  dient der Integration von Geflüchteten auf Lesbos. Es werden Sprachkurse, rechtliche und soziale Hilfe, kreative und sportliche Aktivitäten für Geflüchtete und Einheimische angeboten, denn nur das Miteinander kann die Integration befördern. Derzeit nehmen über 400 Menschen an den Kursen teil, jeden Tag kommen an die 150 Menschen in das Zentrum, um zu lernen, zu sprechen oder einfach nur, um sich kennenzulernen.

Ein eher analytisch-informatives Projekt ist der im Sommer 2016 online gegangene Blog HarekAct: eine kollektive Plattform zu den Themen Migration, Grenze und Asyl mit dem Schwerpunkt Türkei. Er wird gemeinsam mit Aktivist*innen aus der Türkei, Österreich und Deutschland betrieben.

Sie sehen, die Arbeit von borderline-europe ist vielfältig! Um die umfassende Informationsarbeit fortzusetzen braucht borderline-europe jedoch Ihre Hilfe –

Unterstützen Sie borderline-europe !

borderline-europe wird weiterhin gegen das Sterben an den Außengrenzen vorgehen!
Im Verbund mit nationalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen arbeitet borderline-europe seit 2007 gegen die weitere Vertuschung dieses europäischen Menschenrechtsskandals. Mit Hilfe von Publikationen, Vorträgen, Bildungs- und Medienarbeit wird das wahre Gesicht dieser menschenfeindlichen europäischen Politik aufgezeigt und erläutert. Wichtig ist es daher, vor allem vor Ort in den Grenzregionen fundierte Informationen zu gewinnen, um Politiker, Journalisten und die interessierte Öffentlichkeit umfassend, kompetent, aber auch schonungslos mit dem Geschehen vor den Mauern der „Festung Europa“ zu konfrontieren.

Doch dafür brauchen wir SIE!

borderline-europe stellt Öffentlichkeit her, um auf Basis zuverlässiger Informationen den tödlichen Konsequenzen der Abschottungspolitik entgegen zu wirken. Neben der Einrichtung und Unterhaltung von eigenen Büros in Berlin und in den Grenzregionen (Sizilien, Lesbos) ist vor allem die Recherche- und Öffentlichkeitsarbeit wichtig. Dazu ist die kontinuierliche Arbeit unseres erfahrenen Teams notwendig. Der ständige Ausbau der Internet-Informationsplattform www.borderline-europe.de bringt Ihnen aktuelle Meldungen und Hintergrundinformationen. All diese Aktivitäten werden durch Spenden finanziert und können nur durch diese aufrechterhalten und ausgebaut werden! Ohne Ihre Unterstützung ist diese Arbeit nicht möglich!

Unterstützen Sie die Arbeit von borderline-europe mit einer Spende und/oder werden Sie selbst Fördermitglied!

Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für einen guten Start in das Jahr 2017!

Judith Gleitze, borderline-europe Italien
Harald Glöde, Geschäftsführer
Stefan Schmidt, Gründungsmitglied u. Kapitän zur See

Berlin/Palermo/Mytilene, 02.12.2016

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Abschluss der Kampagne „Solidarität mit den tunesischen Fischern“

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

wir möchten uns bei Ihnen noch einmal ganz herzlich bedanken, dass Sie die Arbeit des Komitees „SOS Mittelmeer – Lebensretter in Not“  unterstützt haben.

Auf der Veranstaltung Mare Nostrum – Rettung oder Abwehr? am 21.11.2014 in Berlin werden wir die Kampagne nun offiziell beenden.

Viele Unterstützerinnen und Unterstützer werden dabei sein und auch unser Ehrengast Abdelbassete Jenzeri. Politische Beiträge und Diskussionen, persönliche Gespräche und ein Kulturprogramm sollen die Veranstaltung begleiten.

Wir sind sehr froh und auch stolz, dass wir die Kampagne so lange durchgehalten haben. Wir wollten eine nachhaltige Unterstützung möglich machen und glauben, es ist gelungen:

  • ab 2010 haben wir die betroffenen Familien der beiden Kapitäne für die Zeit des Revisionsverfahrens existentiell und rechtlich unterstützt.
  • Nach dem Freispruch der tunesischen Fischer 2011/2012 haben wir für ein neues Boot des Kapitäns Jenzeri weiter Spenden gesammelt, um Unabhängigkeit und Selbstorganisation der Fischer zu ermöglichen. Für die von den italienischen Behörden zerstörten Boote war keine Entschädigung zu erwarten, denn die Boote standen im Besitz einer tunesischen Reederei. Jenzeri musste sowohl die Kredite für die zerstörten Boote als auch die Kosten für ein neues Boot aufbringen. Wir haben auch diese Ziele fast erreicht. Der Kapitän Jenzeri ist weitgehend aus der Verschuldung und mit der noch möglichen Entschädigung für die Haft kann er eine bessere technische Ausstattung des neuen Bootes finanzieren und wird unabhängig.
  • Die Mitglieder des Komitees haben seit Jahren über die unhaltbaren Zustände für Flüchtlinge im Mittelmeerraum informiert. Auch dies blieb nicht ohne Wirkung.

Mit herzlichen Grüßen

Heidi Bischoff-Pflanz (Sprecherin des Komitees)

 

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Berlin, im August 2012

Spendenaufruf

Das Komitee „SOS Mittelmeer – Lebensretter in Not“ hat sich am 25.3.2010 gegründet, um tunesische Fischer zu unterstützen, die von italienischen Behörden für die Rettung von Menschenleben kriminalisiert und verurteilt wurden.

Im August 2007 retteten sieben tunesische Fischer 44 Migrantinnen aus Seenot. Gegen Abdrängungsmanöver der italienischen Marine brachten die Fischer die Geretteten nach Lampedusa.  Sie wurden dafür kriminalisiert und ein sizilianisches Gericht verurteilte die
Kapitäne Bayoudh und Jenzeri im November 2009 zu einer Haftstrafe von 30 Monaten sowie zu einer Geldstrafe von 440.000 €.  Ihre Boote wurden konfisziert und auf Lampedusa festgelegt, wo sie inzwischen aufgrund der erlittenen Schäden unbrauchbar geworden sind. Die Existenzgrundlagen der Fischer und ihrer Familien wurden damit ruiniert.

Das Komitee „SOS Mittelmeer – Lebensretter in Not“ hat die tunesischen Fischern für die Zeit der Gerichtsverfahren rechtlich und materiell  unterstützt. Die Fischerkapitäne und ihre Familien erhalten seitdem vom Komitee monatlich 250 € pro Familie zur Sicherung eines minimalen Lebensunterhaltes. Außerdem konnte das Komitee mehrfach die anderen betroffenen Fischerfamilien finanziell unterstützen. Inzwischen – nach dem Freispruch für die beiden Kapitäne – haben wir ein weiteres Ziel unserer Kampagne.

Neben der monatlichen Existenzunterstützung – nach dem Freispruch hat sich die materielle Lage der Fischer und ihrer Familien nicht verändert – wollen wir die Unabhängigkeit und Selbstorganisation der Fischer ermöglichen. Für die von den italienischen Behörden zerstörten Boote ist leider keine Entschädigung zu erwarten, denn die Boote waren im Besitz einer tunesischen Reederei. Wir wollen deshalb ein eigenes Boot finanzieren, welches im Dorf Teboulba von den großen Reedereien unabhängige Arbeitsplätze schaffen würde. Der Kapitän Jenzeri hat erneut ein Boot bei der Reederei auf  Kreditbasis erworben, er ist damit finanziell und was die Fangmethoden angeht der Reederei verpflichtet. Die Boote fahren immer als Gruppe auf das Meer, er ist verpflichtet, sich jeweils anzuschließen. Die Rettung von Flüchtlingen, die er immer noch trotz Kriminalisierung und Diskriminierung für selbstverständlich hält, wird ihm damit erschwert.

Wir möchten die Finanzierung des Fischerbootes beschleunigen, um ihn aus der Abhängigkeit zu befreien. Auch Rettungsaktionen von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer sind so eher möglich und eventuell in Koordination mit der Aktion „Schiffe der Solidarität“ denkbar. Es wäre auch die Chance für Fischer des Dorfes Teboulba, ihre Arbeit und Arbeitsbedingungen unabhängig zu organisieren.

Spendenkonto: Internationale Liga für Menschenrechte

Kontonummer: 3317104 Bankleitzahl: 100 205 00

Bank für Sozialwirtschaft Stichwort: Menschenfischer

Wichtig: Wer eine Spendenbescheinigung haben möchte bitte Adresse angeben.

Berlin,den 14.12.2011

Wer Leben rettet, gehört nicht auf die Anklagebank !

am 21. September 2011 beginnt in Palermo die Berufungsverhandlung für
die beiden tunesischen Fischerkapitäne Bayoudh und Jenzeri.
Beide waren im November 2009 von einem Gericht in Agrigento zu 2,5 Jahre Haft
verurteilt worden. Die damalige Anklage wegen „Beihilfe zur illegalen Einreise“
wurde erhoben, weil die beiden Kapitäne, gemeinsam mit fünf weiteren
tunesischen Fischern 44 Flüchtlinge im August 2007 aus Seenot gerettet
und nach Lampedusa gebracht hatten. Ihre Boote wurden konfisziert, auf
Lampedusa trockengelegt und sind dabei zerstört worden. Die
Existenzgrundlagen der Fischer und ihrer Familien wurden damit ruiniert.
Die Anwälte der Fischer hatten Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Das Komitee SOS Mittelmeer hat die beiden Kapitäne und die anderen
beteiligten Fischer seit ihrer Verurteilung materiell unterstützt und
gegen diese Kriminalisierung von Lebensrettern gemeinsam mit vielen
Unterstützer_innen protestiert.

Wir fordern für diese Berufungsverhandlung:
Freispruch für die Kapitäne!
Schadensersatz für die zerstörten Boote!
Haftentschädigung für die mehrwöchige Inhaftierung!

Die Abschottung der EU und ihre tödlichen Folgen sind eindeutige
Menschenrechtsverletzungen und verlangen unser Eingreifen und unsere
Solidarität!

Weitere Informationen:
http://www.sos-mittelmeer.de
http://www.borderline-europe.de

Berlin, den 25.11.2011

 

 

 

Vom Freispruch der tunesischen Fischer

Veranstaltung am: Mittwoch, 07. Dezember 2011, 18:00 Uhr

Ort: Heilig-Kreuz-Kirche, Zossener Straße 65, 10961 Berlin, Raum: Dachgeschoss

Um Anmeldung wird gebeten: adamaschek@bildungswerk-boell.de

Einladung/Programm PDF

wir laden Euch/Sie, ein, mit uns den Freispruch der tunesischen Fischer Bayoudh und Jenzeri zu feiern. Dank der politischen Solidarität vieler Organisationen und einer erfolgreichen Spendenaktion war es nicht nur möglich, die Fischerkapitäne und ihre Familien seit 2 Jahren mit 250 Euro monatlich für die Existenzsicherung  zu unterstützen, sondern auch eine anhaltende politische und rechtliche Unterstützung zu ermöglichen.

Wichtiger ist es aus Sicht von Bayoudh, Jenzeri und den beteiligten Fischern, dass ihre Ehre wiederhergestellt wurde und damit auch ein Zeichen für Lebensrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer an andere Fischer ausgeht.

Die materielle Lage der Fischer hat sich allerdings nach dem Freispruch nicht verändert. Für die von den italienischen Behörden zerstörten Boote ist keine Entschädigung zu erwarten, denn sie waren im Besitz einer tunesischen Reederei; die Entscheidung über eine Entschädigung für die unrechtmäßige Festnahme wird noch lange auf sich warten lassen, und ob die Fischer etwas bekommen werden, ist nicht sicher. Deshalb wollen wir ein Boot finanzieren, welches im Dorf Teboulba von den Reedereien unabhängige Arbeitsplätze schaffen würde. Wir sehen dies auch als notwendige kleine Hilfe zum arabischen Frühling an.

Das Sterben im Mittelmeerraum hört nicht auf und wir wollen weiterhin auf diese Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen. Die Bewegungsfreiheit der Menschen darf nicht nur für Europäer gelten!

Auf der Veranstaltung am 7.12. werden wir auch über die aktuelle Situation für Mittelmeerflüchtlinge berichten.

Wie der Abend verlaufen wird:

18:00 Uh              Empfang / Imbiss

18:30 Uhr             Begrüßung durch das Komitee „SOS-Mittelmeer – Lebensretter in Not“

18:45 Uhr             Von der Kriminalisierung zum Freispruch

Interview mit Abdel Bassete Jenzeri

19:30 Uhr             Bericht über den Prozess gegen die Fischer

Skype-Interview mit RA Leonardo Marino

20:00 Uhr             „Asyl-Monolog“

Aufführung mit Michael Ruf (www.buehne-fuer-menschenrechte.de)

20:25 Uhr             „Schiffe der Solidarität“

Vorstellung einer geplanten Rettungsaktion (Leona Goldstein)

20:30 Uhr             Erklärung Komitee „SOS Mittelmeer“

20:45 Uhr           Ausklang (Getränke und Brezel)

Wir freuen uns auf Sie/ Euch

Für das Komitee

Heidi Bischoff-Pflanz

Um Anmeldung wird gebeten: adamaschek@bildungswerk-boell.de

Für Essen und Getränke wird gesorgt.

“Ich bin der Meinung, dass man Menschenleben retten soll, wo man sie retten kann. Und keine Institution, die Leben zu retten vermag, darf auf offener See Selektion betreiben. Das hieße ja, Menschen willkürlich zum Tode zu verurteilen.”

Heinrich Böll, Der Spiegel, 1981

Wer Leben rettet, gehört nicht auf die Anklagebank !

Berlin 9. November 2011
PDF
Das Komitee „SOS Mittelmeer – Lebensretter in Not“ hat sich am 25.3. 2010 gegründet, um tunesische Fischer zu unterstützen, die von italienischen Behörden für die Rettung von Menschenleben kriminalisiert und verurteilt wurden.

Im August 2007 retteten sieben tunesische Fischer 44 Migrantinnen aus Seenot. Gegen Abdrängungsmanöver der italienischen Marine brachten die Fischer die Geretteten nach Lampedusa.  Sie wurden dafür kriminalisiert und ein sizilianisches Gericht verurteilte die Kapitäne Bayoudh und Jenzeri im November 2009 zu einer Haftstrafe von 30 Monaten sowie zu einer Geldstrafe von 440.000 €.  Ihre Boote wurden konfisziert und auf Lampedusa festgelegt, wo sie inzwischen aufgrund der erlittenen Schäden unbrauchbar geworden sind. Die Existenzgrundlagen der Fischer und ihrer Familien wurden damit ruiniert.

Das Komitee „SOS Mittelmeer – Lebensretter in Not“ hat die tunesischen Fischern für die Zeit der Gerichtsverfahren rechtlich und materiell  unterstützt. Die Fischerkapitäne und ihre Familien erhalten seitdem vom Komitee monatlich 250 € pro Familie zur Sicherung eines minimalen Lebensunterhaltes. Außerdem konnte das Komitee mehrfach die anderen betroffenen Fischerfamilien finanziell unterstützen.. Inzwischen – nach dem Freispruch für die beiden Kapitäne-  haben wir ein weiteres Ziel unserer Kampagne.

Neben der monatlichen Existenzunterstützung – nach dem Freispruch hat sich die materielle Lage der Fischer und ihrer Familien nicht verändert- wollen wir die Unabhängigkeit und  Selbstorganisation der Fischer ermöglichen. Für die von den italienischen Behörden zerstörten Boote ist leider keine Entschädigung zu erwarten, denn die Boote waren im Besitz einer tunesischen Reederei. Wir wollen deshalb ein eigenes Boot finanzieren, welches im Dorf Teboulba von den großen Reedereien unabhängige Arbeitsplätze schaffen würde. Der Kapitän Jenzeri hat erneut ein Boot bei der Reederei auf  Kreditbasis erworben, er ist damit finanziell und was die Fangmethoden angeht der Reederei verpflichtet. Die Boote fahren immer als Gruppe auf s Meer, er ist verpflichtet sich jeweils anzuschließen. Die Rettung von. Flüchtlingen, die er immer noch trotz Kriminalisierung und Diskriminierung für selbstverständlich hält, wird ihm damit erschwert.

Wir möchten die Finanzierung des  Fischerbootes beschleunigen, um ihn aus der Abhängigkeit zu befreien. Auch Rettungsaktionen von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer sind so eher möglich und eventuell in Koordination mit der Aktion „Schiffe der Solidarität“ denkbar. Es wäre auch die Chance für Fischer des Dorfes Teboulba, ihre Arbeit und Arbeitsbedingungen unabhängig zu organisieren.

Spendenkonto: Internationale Liga für Menschenrechte

Kontonummer: 3317104 Bankleitzahl: 100 205 00

Bank für Sozialwirtschaft Stichwort: Menschenfischer

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