Über uns

Das Komitee „SOS Mittelmeer – Lebensretter in Not“ unterstützt Menschen, die aus humanitären Motiven Fluchthilfe geleistet haben und zu unrecht als „Schleuser“ diskriminiert und kriminalisiert werden.

Diese Menschen haben Flüchtlingen das Leben gerettet, sie begleitet, versorgt und geholfen in Sicherheit zu kommen. Das Komitee wird solche Fälle dokumentieren, kann aber nur Einzelfälle unterstützen. Politische Solidarität und erhebliche finanzielle Unterstützung haben im Falle der tunesischen Fischer dazu geführt,  dass verheerende Gerichtsurteile 2014 aufgehoben und materielle Schäden ausgeglichen wurden. Im August 2007 (!!) retteten zwei tunesische Kapitäne und weitere fünf Fischer 44 Migrantinnen aus Seenot. Gegen Abdrängungsmanöver der italienischen Marine brachten die Fischer die Geretteten nach Lampedusa. Sie wurden dafür kriminalisiert und ein sizilianisches Gericht verurteilte die Kapitäne Bayoudh und Jenzeri im November 2009 zu einer Haftstrafe von 30 Monaten sowie zu einer Geldstrafe von 440.000 €. Ihre Boote wurden konfisziert und auf Lampedusa festgelegt, wo sie zerstört worden sind. Die Existenzgrundlagen der Fischer und ihrer Familien wurden damit ruiniert. Der Fall ist hier auf der website unter dem Block „Solidarität mit den tunesischen Fischern“ umfangreich dokumentiert.

Die Rechtslage ist inzwischen in vielen EU-Ländern verschärft worden. Eine legale Einreise nach Deutschland scheint inzwischen ausgeschlossen. Wer Flüchtlinge bei einer Einreise unterstützt, ist mit einer Mindeststrafe von 6 Monaten Haft bedroht. Wer aus der „Fluchthilfe“ einen Vorteil erhält, muss mit einer Haftstrafe zwischen 1 und 10 Jahren rechnen. Der „Strafausschließungsgrund“, der für Flüchtlinge gelten kann, gilt nicht für die Helfer/innen.

Viele „Fluchthelfer/innen“ verdienen unseren Respekt für ihr lobenswertes Handeln. Sie sind leider ausnahmslos von Strafverfolgung bedroht. Es laufen sehr viele Strafverfahren in diversen europäischen Ländern, selbst die Freigesprochenen oder auf Bewährung verurteilten sind meist durch die Verfahrenskosten materiell schwer geschädigt.

Wir werden auf dieser website unter dem Block „aktuelle Fälle“ kriminalisierte Fluchthilfe dokumentieren und in einzelnen Fällen auch um Spenden bitten.

Wir sind politisch eng verbunden mit der Organisation „borderline europe“ (www.borderlineeurope.de).

 

 

Print Friendly