Spendenaufruf
Berlin, im Januar 2012
Das Komitee „SOS Mittelmeer – Lebensretter in Not“ hat sich am 25.3.2010 gegründet, um tunesische Fischer zu unterstützen, die von italienischen Behörden für die Rettung von Menschenleben kriminalisiert und verurteilt wurden.
Im August 2007 retteten sieben tunesische Fischer 44 Migrantinnen aus Seenot. Gegen Abdrängungsmanöver der italienischen Marine brachten die Fischer die Geretteten nach Lampedusa. Sie wurden dafür kriminalisiert und ein sizilianisches Gericht verurteilte die
Kapitäne Bayoudh und Jenzeri im November 2009 zu einer Haftstrafe von 30 Monaten sowie zu einer Geldstrafe von 440.000 €. Ihre Boote wurden konfisziert und auf Lampedusa festgelegt, wo sie inzwischen aufgrund der erlittenen Schäden unbrauchbar geworden sind. Die Existenzgrundlagen der Fischer und ihrer Familien wurden damit ruiniert.
Das Komitee „SOS Mittelmeer – Lebensretter in Not“ hat die tunesischen Fischern für die Zeit der Gerichtsverfahren rechtlich und materiell unterstützt. Die Fischerkapitäne und ihre Familien erhalten seitdem vom Komitee monatlich 250 € pro Familie zur Sicherung eines minimalen Lebensunterhaltes. Außerdem konnte das Komitee mehrfach die anderen betroffenen Fischerfamilien finanziell unterstützen. Inzwischen – nach dem Freispruch für die beiden Kapitäne – haben wir ein weiteres Ziel unserer Kampagne.
Neben der monatlichen Existenzunterstützung – nach dem Freispruch hat sich die materielle Lage der Fischer und ihrer Familien nicht verändert – wollen wir die Unabhängigkeit und Selbstorganisation der Fischer ermöglichen. Für die von den italienischen Behörden zerstörten Boote ist leider keine Entschädigung zu erwarten, denn die Boote waren im Besitz einer tunesischen Reederei. Wir wollen deshalb ein eigenes Boot finanzieren, welches im Dorf Teboulba von den großen Reedereien unabhängige Arbeitsplätze schaffen würde. Der Kapitän Jenzeri hat erneut ein Boot bei der Reederei auf Kreditbasis erworben, er ist damit finanziell und was die Fangmethoden angeht der Reederei verpflichtet. Die Boote fahren immer als Gruppe auf das Meer, er ist verpflichtet, sich jeweils anzuschließen. Die Rettung von Flüchtlingen, die er immer noch trotz Kriminalisierung und Diskriminierung für selbstverständlich hält, wird ihm damit erschwert.
Wir möchten die Finanzierung des Fischerbootes beschleunigen, um ihn aus der Abhängigkeit zu befreien. Auch Rettungsaktionen von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer sind so eher möglich und eventuell in Koordination mit der Aktion „Schiffe der Solidarität“ denkbar. Es wäre auch die Chance für Fischer des Dorfes Teboulba, ihre Arbeit und Arbeitsbedingungen unabhängig zu organisieren.
Spendenkonto: Internationale Liga für Menschenrechte
Kontonummer: 3317104 Bankleitzahl: 100 205 00
Bank für Sozialwirtschaft Stichwort: Menschenfischer
Wichtig: Wer eine Spendenbescheinigung haben möchte bitte Adresse angeben.
Berlin,den 14.12.2011
Wer Leben rettet, gehört nicht auf die Anklagebank !
am 21. September 2011 beginnt in Palermo die Berufungsverhandlung für
die beiden tunesischen Fischerkapitäne Bayoudh und Jenzeri.
Beide waren im November 2009 von einem Gericht in Agrigento zu 2,5 Jahre Haft
verurteilt worden. Die damalige Anklage wegen “Beihilfe zur illegalen Einreise”
wurde erhoben, weil die beiden Kapitäne, gemeinsam mit fünf weiteren
tunesischen Fischern 44 Flüchtlinge im August 2007 aus Seenot gerettet
und nach Lampedusa gebracht hatten. Ihre Boote wurden konfisziert, auf
Lampedusa trockengelegt und sind dabei zerstört worden. Die
Existenzgrundlagen der Fischer und ihrer Familien wurden damit ruiniert.
Die Anwälte der Fischer hatten Berufung gegen das Urteil eingelegt.
Das Komitee SOS Mittelmeer hat die beiden Kapitäne und die anderen
beteiligten Fischer seit ihrer Verurteilung materiell unterstützt und
gegen diese Kriminalisierung von Lebensrettern gemeinsam mit vielen
Unterstützer_innen protestiert.
Wir fordern für diese Berufungsverhandlung:
Freispruch für die Kapitäne!
Schadensersatz für die zerstörten Boote!
Haftentschädigung für die mehrwöchige Inhaftierung!
Die Abschottung der EU und ihre tödlichen Folgen sind eindeutige
Menschenrechtsverletzungen und verlangen unser Eingreifen und unsere
Solidarität!
Weitere Informationen:
http://www.sos-mittelmeer.de
http://www.borderline-europe.de
Berlin, den 25.11.2011
Vom Freispruch der tunesischen Fischer
Veranstaltung am: Mittwoch, 07. Dezember 2011, 18:00 Uhr
Ort: Heilig-Kreuz-Kirche, Zossener Straße 65, 10961 Berlin, Raum: Dachgeschoss
Um Anmeldung wird gebeten: adamaschek@bildungswerk-boell.de
wir laden Euch/Sie, ein, mit uns den Freispruch der tunesischen Fischer Bayoudh und Jenzeri zu feiern. Dank der politischen Solidarität vieler Organisationen und einer erfolgreichen Spendenaktion war es nicht nur möglich, die Fischerkapitäne und ihre Familien seit 2 Jahren mit 250 Euro monatlich für die Existenzsicherung zu unterstützen, sondern auch eine anhaltende politische und rechtliche Unterstützung zu ermöglichen.
Wichtiger ist es aus Sicht von Bayoudh, Jenzeri und den beteiligten Fischern, dass ihre Ehre wiederhergestellt wurde und damit auch ein Zeichen für Lebensrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer an andere Fischer ausgeht.
Die materielle Lage der Fischer hat sich allerdings nach dem Freispruch nicht verändert. Für die von den italienischen Behörden zerstörten Boote ist keine Entschädigung zu erwarten, denn sie waren im Besitz einer tunesischen Reederei; die Entscheidung über eine Entschädigung für die unrechtmäßige Festnahme wird noch lange auf sich warten lassen, und ob die Fischer etwas bekommen werden, ist nicht sicher. Deshalb wollen wir ein Boot finanzieren, welches im Dorf Teboulba von den Reedereien unabhängige Arbeitsplätze schaffen würde. Wir sehen dies auch als notwendige kleine Hilfe zum arabischen Frühling an.
Das Sterben im Mittelmeerraum hört nicht auf und wir wollen weiterhin auf diese Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen. Die Bewegungsfreiheit der Menschen darf nicht nur für Europäer gelten!
Auf der Veranstaltung am 7.12. werden wir auch über die aktuelle Situation für Mittelmeerflüchtlinge berichten.
Wie der Abend verlaufen wird:
18:00 Uh Empfang / Imbiss
18:30 Uhr Begrüßung durch das Komitee „SOS-Mittelmeer – Lebensretter in Not“
18:45 Uhr Von der Kriminalisierung zum Freispruch
Interview mit Abdel Bassete Jenzeri
19:30 Uhr Bericht über den Prozess gegen die Fischer
Skype-Interview mit RA Leonardo Marino
20:00 Uhr „Asyl-Monolog“
Aufführung mit Michael Ruf (www.buehne-fuer-menschenrechte.de)
20:25 Uhr „Schiffe der Solidarität“
Vorstellung einer geplanten Rettungsaktion (Leona Goldstein)
20:30 Uhr Erklärung Komitee „SOS Mittelmeer“
20:45 Uhr Ausklang (Getränke und Brezel)
Wir freuen uns auf Sie/ Euch
Für das Komitee
Heidi Bischoff-Pflanz
Um Anmeldung wird gebeten: adamaschek@bildungswerk-boell.de
Für Essen und Getränke wird gesorgt.
“Ich bin der Meinung, dass man Menschenleben retten soll, wo man sie retten kann. Und keine Institution, die Leben zu retten vermag, darf auf offener See Selektion betreiben. Das hieße ja, Menschen willkürlich zum Tode zu verurteilen.”
Heinrich Böll, Der Spiegel, 1981
Wer Leben rettet, gehört nicht auf die Anklagebank !
Berlin 9. November 2011
PDF
Das Komitee „SOS Mittelmeer – Lebensretter in Not“ hat sich am 25.3. 2010 gegründet, um tunesische Fischer zu unterstützen, die von italienischen Behörden für die Rettung von Menschenleben kriminalisiert und verurteilt wurden.
Im August 2007 retteten sieben tunesische Fischer 44 Migrantinnen aus Seenot. Gegen Abdrängungsmanöver der italienischen Marine brachten die Fischer die Geretteten nach Lampedusa. Sie wurden dafür kriminalisiert und ein sizilianisches Gericht verurteilte die Kapitäne Bayoudh und Jenzeri im November 2009 zu einer Haftstrafe von 30 Monaten sowie zu einer Geldstrafe von 440.000 €. Ihre Boote wurden konfisziert und auf Lampedusa festgelegt, wo sie inzwischen aufgrund der erlittenen Schäden unbrauchbar geworden sind. Die Existenzgrundlagen der Fischer und ihrer Familien wurden damit ruiniert.
Das Komitee „SOS Mittelmeer – Lebensretter in Not“ hat die tunesischen Fischern für die Zeit der Gerichtsverfahren rechtlich und materiell unterstützt. Die Fischerkapitäne und ihre Familien erhalten seitdem vom Komitee monatlich 250 € pro Familie zur Sicherung eines minimalen Lebensunterhaltes. Außerdem konnte das Komitee mehrfach die anderen betroffenen Fischerfamilien finanziell unterstützen.. Inzwischen – nach dem Freispruch für die beiden Kapitäne- haben wir ein weiteres Ziel unserer Kampagne.
Neben der monatlichen Existenzunterstützung – nach dem Freispruch hat sich die materielle Lage der Fischer und ihrer Familien nicht verändert- wollen wir die Unabhängigkeit und Selbstorganisation der Fischer ermöglichen. Für die von den italienischen Behörden zerstörten Boote ist leider keine Entschädigung zu erwarten, denn die Boote waren im Besitz einer tunesischen Reederei. Wir wollen deshalb ein eigenes Boot finanzieren, welches im Dorf Teboulba von den großen Reedereien unabhängige Arbeitsplätze schaffen würde. Der Kapitän Jenzeri hat erneut ein Boot bei der Reederei auf Kreditbasis erworben, er ist damit finanziell und was die Fangmethoden angeht der Reederei verpflichtet. Die Boote fahren immer als Gruppe auf s Meer, er ist verpflichtet sich jeweils anzuschließen. Die Rettung von. Flüchtlingen, die er immer noch trotz Kriminalisierung und Diskriminierung für selbstverständlich hält, wird ihm damit erschwert.
Wir möchten die Finanzierung des Fischerbootes beschleunigen, um ihn aus der Abhängigkeit zu befreien. Auch Rettungsaktionen von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer sind so eher möglich und eventuell in Koordination mit der Aktion „Schiffe der Solidarität“ denkbar. Es wäre auch die Chance für Fischer des Dorfes Teboulba, ihre Arbeit und Arbeitsbedingungen unabhängig zu organisieren.
Spendenkonto: Internationale Liga für Menschenrechte
Kontonummer: 3317104 Bankleitzahl: 100 205 00
Bank für Sozialwirtschaft Stichwort: Menschenfischer


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